Schweizer Gewässerperlen brauchen mehr Schutz

14. August 2017

Der WWF identifiziert in seiner neuen Broschüre 64 Schweizer Gewässer als «Gewässerperlen». Diese natürlichen, unberührten Fliessgewässer sind besonders artenreich. Für diese wertvolle «Hotspots» setzt sich der WWF für griffige Schutzmassnahmen ein.

Es gibt nur noch wenige natürliche und ökologisch wertvolle Bäche und Flüsse. Darum hat sich der WWF zum Ziel gesetzt, diese zu erhalten und ihren Schutz sicherzustellen. 64 Gewässerperlen hat er insgesamt zusammengetragen. «Die Mehrheit dieser Gewässer sind richtige «Biodiversitäts-Hotspots», also wichtige Rückzugsgebiete für die gefährdeten Wasserbewohner. Ihre Lebensräume sollen erhalten bleiben, sich weiterentwickeln und entfalten können.», sagt Lene Petersen, Projektleiterin Gewässerschutz beim WWF Schweiz. Tatsache ist, dass die Artenvielfalt in und an Schweizer Gewässern rasant zurückgeht, rund die Hälfte der Arten an Fliessgewässern stehen bereits auf der Roten Liste.

Der Schutzstatus dieser wertvollen Gewässer ist derzeit ungenügend. «Nur einige wenige Gewässerperlen haben einen ausreichenden Schutz, der langfristig weitere Beeinträchtigungen ausschliesst. Der Handlungsbedarf ist gross», meint Peterson. «Der WWF setzt sich dafür ein, dass neue Schutzgebiete oder Schutzinstrumente auf kommunaler, kantonaler oder nationaler Ebene geschaffen werden. Dort wo bereits ein Schutzhaus besteht, gilt es diesen zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern.»

Die Projektleiterin meint zudem: «Ein Verschlechterungsverbot wie es die EU kennt, wäre bereits ein grosser Fortschritt.» Für den WWF ist es zwingend, dass in den Gewässerperlen keine neuen Beeinträchtigungen wie Verbauungen, Schwellen oder Wasserentnahmen zugelassen werden. Petersen ist überzeugt, dass die Schweizer Gewässerperlen viel Aufmerksamkeit und Schutz benötigen. «Nicht nur der Lebensräume und der Artenvielfalt wegen. Auch für uns Menschen sind diese Gewässerperlen wunderbare Erholungsgebiete.»

Was ist eine Gewässerperle?
Gewässerperlen sind Gewässerabschnitte oder ganze Einzugsgebiete, die eine grosse Natürlichkeit und einen hohen ökologischen Wert aufweisen. Gewässerperlen sind weitgehend unverbaut, nicht genutzt und sie beherbergen eine standortgerechte Artenvielfalt. Der WWF hat mit mehreren Umweltbüros und lokalen Gewässerschutzexperten zusammengearbeitet und bei der Bestimmung der Gewässerperlen darauf geachtet, dass möglichst lange, zusammenhängende Abschnitte und Gebiete vorhanden sind, oder dass es sich um Gewässer handelt, welche besondere Eigenschaften aufweisen.

water.wwf.ch 

  

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