1. Preis Talwiesen

Gutes Futter für die Pferde

Als der Rhein vor 100 Jahren in Diepoldsau ein neues Bett erhielt, ging eine langgezogene Schlaufe verloren. Geraden dominierten fortan die Landschaft. Schnurgerade gezogen waren auch die Entwässerungsbäche entlang der Deiche. Doch nun ist einer dieser Bäche, der Rietbach von seinem Korsett befreit worden. Kurt Köppel, Leiter desSt.Gallischen  Rheinunternehmens, zeigt zwei Bilder: Vorher und nachher. Während vorher die Landwirtschaft bis ans Bachufer intensiv betrieben wurde, mäandert der Rietbach heute, bildet kleine Nischen und Lebensräume für selten gewordene Pflanzen. Es war der Pächter Eugen Waibel, der schon vor mehr als 20 Jahren Interesse hatte, seinen Pferden magereres Gras verfüttern zu können. Vor etwas mehr als 10 Jahren stiess er beim Rheinunternehmen auf offene Ohren. Das Bachbett wurde renaturiert und der für Klee geeignete fette Boden abgetragen und eine Rheintalmischung ausgesät. Auf fast einem Kilometer Länge und einer durchschnittlichen Breite von etwa 35 Metern blüht es nun im Frühsommer, fliegen allerlei Insekten und Schmetterlinge, finden Fledermäuse Futter und viele andere Pflanzen- und Tierarten eine Heimat. Eugen Waibel muss 13 Pferde füttern. Nebenbei sind noch 10 Militärpferde in seinem Besitz, die grösstenteils unterwegs sind und im Militär ihren Dienst tun. Er sagt: „Für die Tiere ist dies die perfekte Nahrung.“ Die Pflanzenvielfalt ist beachtlich. Rund 22 wertvolle Arten wurden auf einer Fläche von sechs Metern im Radius gefunden. Was bei der Bewertung durch die Biologen zusätzlich positiv bewertet wurde, ist die grosse Fläche, die nun naturnah bewirtschaftet und spät geschnitten wird. Unter den seltenen Arten sind das Tausendgüldenkraut, Dost, Flockenblumen, Hopfenklee, Kuckuckslichtnelke, Vogelwicke, Wiesenbocksbart, Wiesenknopf, Wiesenplatterbse oder Witwenblumen zu finden. Sie alle haben einen grosszügigen neuen Lebensraum.  

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