2. Preis Talwiesen

Mehr Blumen – weniger Grasertrag

Historische Bilder aus dem Bannriet bei Altstätten sind faszinierend. Viele zeigen ein mit Entwässerungsgräben durchzogenes Gebiet mit Menschen, die aus dem Boden Torfziegel stechen und sie in mühevoller Arbeit abtransportieren. Diese Zeiten sind natürlich vorbei. Torf darf heute niemand mehr dem Riet entnehmen, doch in den dadurch entstandenen Vertiefungen haben sich kleine Weiher gebildet, die mit dem sie umgebenden, extensiv genutzten Gebiet eine reich strukturierte, mosaikartige Landschaft bilden; ein Paradies für Vögel und Amphibien. Prominent sind in dieser Gegend die brütenden Turmfalken und Schleiereulen. Zudem kreisen Störche am Horizont. Josef Gschwend bauert am Rande dieser Zone. Ein Teil seines Landes, rund 150 Aren, dient nun als Pufferzone zwischen dem Naturschutzgebiet und seiner intensiv bewirtschafteten Landwirtschaft, auf der er auf über 130 Hektaren Futter für immerhin 100 Milchkühe und Mastmunis anbaut. Josef Gschwend ist zufrieden: „Ich habe mit dem Verein Pro Riet einen Vertrag abgeschlossen. Ich werde für das Mähen bezahlt, aber natürlich darf das erst passieren, wenn die Blumen verblüht sind.“ Zu diesen Blumen zählen Flockenblumen, Hornklee, Korbblütler wie das Greiskraut, der Wiesenbocksbart oder das Ruchgras. Um die jetzige Blütenmischung zu erreichen, wurde vor über 15 Jahren eine Rheintaler Blumenmischung eingestreut. Das Heu essen einige der im Rheintal zahlreich vorhandenen Pferde. Josef Gschwend: „Die ökologisch wertvolle Wiese schneiden wir jährlich etwa zweimal. Eine fette Kunstwiese können wir bis fünfmal mähen.“  

.hausformat | Webdesign, TYPO3, 3D Animation, Video, Game, Print