Erfolge

Dranbleiben ist wichtig

Erfolge lassen sich im Naturschutz oft nicht so leicht feiern. In aufwändigen Prozessen Gesetze zu verbessern, dem Vollzug von Gesetzen auf die Sprünge zu helfen oder Projekte über Einsprachen und Beschwerden zu optimieren oder gar zu verhindern, da diese der Umwelt ungenügend Rechnung tragen: Das braucht Ausdauer und Hartnäckigkeit.

Als vor 40 Jahren einige Umweltengagierte den WWF St. Gallen gründeten lebten in unserem Kanton keine Biber in den Bächen, weder Luchse noch Wölfe durchstreiften unsere Wälder und auch die Bartgeier kreisten nicht mehr über den Alpen. Die Flüsse und Seen luden kaum zum Baden ein. Damals gab es auch noch kein Umweltschutzgesetz, das den Umweltverbänden eine aktive Einflussnahme ermöglicht hätte.

Heute hat sich manches zum Besseren gewendet: Biber, Luchse, Wölfe und Bartgeier sind wieder in unserem Kanton zu Hause. Auch unsere Gewässer sind  sauberer geworden. Dank dem Verbandsbeschwerderecht kann der WWF für die Natur Partei ergreifen. Der WWF St.Gallen hat zusammen mit Gleichgesinnten viel für Natur und Landschaft erreicht. Allerdings ist immer noch vieles nicht so, wie man es sich wünscht. Der WWF kämpft weiter für die Natur und unsere Umwelt. Hier finden Sie Erfolge aus der jüngeren Vergangenheit:


Wölfe sind keine Gefahr

Seit bald 20 Jahren ist der Wolf wieder in der Schweiz zuhause. Er jagt bevorzugt was er leicht erbeuten kann: geschwächte, kranke und langsamere Wildtiere. Damit pflanzen sich vermehrt gesunde und starke Wildtiere fort. Der WWF setzt sich für ein Nebeneinander von Wolf und Mensch ein.

Darum wehrte sich der WWF gegen Abschuss von zwei Wölfen aus dem Calanda-Rudel und machte geltend, dass nicht alle Möglichkeiten in ausreichendem Masse genutzt worden seien, um die Tiere von den Siedlungen fernzuhalten. Das Verwaltungsgericht bestätigte diese Beurteilung. Die Wölfe stellten nie eine Gefahr für die Menschen dar. Der WWF verschliesst nicht die Augen vor den Bauern mit Schaf- und Ziegenherden im Wolfsgebiet. Bereits seit zwei Jahren unterstützt der WWF in der Ostschweiz Landwirte mit Herdenschutzmassnahmen.


Der WWF führt im Kanton St. Gallen seit 2002 Schulbesuche durch. Auslöser war die Wiederansiedlung des Luchses. Der WWF St. Gallen begleitete die Wiederansiedlung mit Schulbesuchen, die der Waldkindergärtner und Musiker Marius Tschirky durchführte. Er wurde nicht überall mit offenen Armen empfangen. In Mosnang durfte Tschirky nur mit dem Thema Biber die Primarschule besuchen. «In einer andern Toggenburger Gemeinde liessen mich Schüler an einem Schulbesuch wissen, was ihre Eltern mit Luchsfreunden anstellen würden. Zudem wurde mein Auto während eines Schulbesuchs mutwillig zerkratzt. Manchmal war es mir schon etwas gschmuch», erinnert sich Tschirky.» Heute sind diese Zeiten glücklicherweise vorbei. In der ganzen Ostschweiz ist das WWF-Angebot sehr beliebt. Die Lehrkräfte können aus einem Dutzend Themen auswählen. Aber auch, ob der Erlebnisbesuch im Schulzimmer oder im Freien stattfinden sollen. 


Bibertötungen gestoppt

Der Biber ist in der Schweiz ein geschütztes Tier, das viel Sympathie geniesst. Mit Präventionsmassnahmen und Beratung sorgen die Jagdverwaltungen in den Kantonen dafür, dass die Biberschäden keine grossen Ausmasse annehmen. Ganz anders im Fürstentum Liechtenstein. Hier ist der Biber nicht erwünscht. Statt die Bauwerke, wie Dämme und Kulturen zu schützen, werden die Biber gefangen und getötet, dies sogar in Naturschutzgebieten. In den vergangenen Jahren wurden beinahe zwei Dutzend Biber zur Strecke gebracht. Für den WWF ist dies ein Skandal. Mit dieser Praxis hemmt das Fürstentum die natürliche Ausbreitung des Bibers im Flusssystem Alpenrhein massiv. Schützenhilfe bekam der WWF vom Verwaltungsgericht des Fürstentums: Der Abschuss der Biber war nicht rechtens! 


55 Wildbienenhotels aufgestellt

WWF St. Gallen wollte zu seinem 40-Jahr-Jubiläum im vergangen Jahr etwas Bleibendes schaffen. So versprach er, gemeinsam mit Partnern, in der ganzen Ostschweiz mindestens 40 Wildbienen- und Insekten-Nistwände aufzustellen. Das Ziel wurde übertroffen. Heute bieten 55 grosse Nistwände Wohnraum für Wildbienen und andere Insekten. Die Genossenschaft Migros Ostschweiz unterstützte das Projekt mit einem Beitrag aus dem Kulturprozent. Auf dem Dach der Betriebszentrale Gossau hat die Migros selber einen vielfältigen Lebensraum für Wildbienen und weitere Arten geschaffen. 


Jährlich schreitet der WWF St. Gallen mehrfach gegen überdimensionierte oder gesetzeswidrige Bauprojekte ein. Das Raumplanungsgesetz wird nicht selten missachtet, da finanzielle Interessen von den Gemeinden höher gewichtet werden als die Umwelt. Hier braucht es den WWF für Korrekturen: durch Einsprachen und Beschwerden. Die Behörden und Gerichte teilen in der Regel die Haltung des WWF.


Raus aus dem Büro und ab in die Natur: Hunderte von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Firmen tauschen für einen Tag den Computer gegen Arbeitshandschuhe. Sie schaffen gemeinsam mit dem WWF Lebensraum für Raufusshühner, werten Waldränder auf oder helfen den Herdenschutz im Wolfsgebiet zu verbessern. Sie sind ein Vorbild für andere.


Lernende für die Umwelt sensibilisieren

Wie gross ist mein ökologischer Fussabdruck? Lernende der Migros Ostschweiz gehen dieser und anderen Fragen jedes Jahr unter Leitung des WWF während ihrer Lernendenwoche nach. An verschiedenen Posten beschäftigen sich die Lernenden mit ihrem Lebensstil und dessen Auswirkungen auf die Umwelt. In den vergangenen Jahren begeisterte der WWF Tausende von Kindern, Jugendlichen, Männern und Frauen für Natur und Umwelt.


Der Bauernverband und der WWF vertreten in vielen Fragen unterschiedliche Positionen. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten: Zum Beispiel der Erhalt und die Förderung von artenreichen Wiesen. Im Kanton St.Gallen führt der WWF gemeinsam mit dem Bauernverband und weiteren Partnern Wiesenmeisterschaften durch. Die schönsten Wiesen werden ausgezeichnet.


Wild braucht Ruhe

Damit Rothirsch, Schneehuhn, Reh und Gämse trotz Wintersport nicht gestört werden, sind Vorschriften und Kontrollen nötig. Bedeutende Wildruhezonen befinden sich bei den Ostschweizer Skigebieten.  Der WWF nutzte mit Pro Natura die Ausbaupläne der Bahnen, um die Kontrolle und Sicherung der Wildruhezonen effizienter und verbindlicher durchzusetzen – mit Erfolg.


Herdenschutz ist Wolfsschutz

Der WWF hat in den vergangenen Jahren immer wieder Herdenschutzprojekte mit Hunden oder Lamas unterstützt. Der WWF unterstützte die Bauern mit gezielten Natureinsätzen vor Ort. Als Beispiel sei hier eine Weide oberhalb von Valens erwähnt, welche mit einem Firmenteam in freiwilliger Arbeit entbuscht wurde. Hier werden zu Beginn der Alpsaison Herdenschutzhunde und Schafe aneinander gewöhnt.


Keine Ausweitung der Siedlungsfläche

Wie stark wächst die Bevölkerung des Kantons St.Gallen in den nächsten 25 Jahren? Die Regierung ging von einem Wachstum von 50'000 Personen aus – das entspricht einer Zunahme von zehn Prozent. Für die Mehrheit des Kantonsrats war diese Prognose zu tief. In der Volksabstimmung folgten rund 60 Prozent der Bevölkerung der Meinung des WWF und lehnten eine Ausweitung der Siedlungsfläche ab.


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