WWF Thurgau 1968 - 2068

Chronik und Vision

Es ist bekannt, dass der WWF Thurgau im Jahr 1968 dafür gesorgt hat, dass die Biber in die Ostschweiz zurückkehrten. Was jedoch weit weniger Beachtung findet und heute kaum mehr vorstellbar ist: erst 1984 wurde die Wasservogeljagd im Ermatinger Becken am Untersee verboten. Dafür hat sich der WWF während 5 Jahren intensiv engagiert. Fast gleichzeitig hat er damit begonnen, sich für den Schutz der Fledermäuse einzusetzen. So entstand die „Thurgauische Koordinationsstelle für Fledermausschutz“, welche über 30 Jahre durch das langjährige WWF-Vorstandsmitglied Wolf-Dieter Burkhard und seine Frau Ursula geführt wurde.

Jahrelanger Einsatz gegen die Zersiedlung

Jahrzehntelang und mit tatkräftiger Unterstützung von Freiwilligen hat sich der WWF Thurgau gegen die Zersiedlung im Nichtbaugebiet eingesetzt. Schweineställe oder Legehennen- und Geflügelmasthallen, aber auch Lagerhallen im Landwirtschaftsgebiet hat der WWF kritisch begleitet und dann, wenn Schutzzonen tangiert oder Wald- oder Gewässerabstände nicht eingehalten wurden. Diese eher undankbare Arbeit hat natürlich auch zu Konflikten mit den Betroffenen geführt, doch hat der WWF in den meisten Fällen dafür sorgen können, dass geltende Gesetze eingehalten werden mussten.

Naturgerechte Pausenplätze und Umweltbildung

Weit dankbarer ist und bleibt das WWF-Engagement in Sachen Umweltbildung: 1995 wurden die ersten Thurgauer Pausenplätze natur- und kindergerecht umgestaltet, seit 2002 werden im Kanton jährlich rund 50 Schulklassen vom WWF besucht. Aber auch der erste Biberlehrpfad der Schweiz entstand in Pfyn und mit dem erfolgreichen Erlebnisprogramm „NaturLive“, das im Jahr 2001 ins Leben gerufen wurde, begeistert der WWF bis heute über das ganze Jahr Gross und Klein für die Wunder der Natur.

Die farbige Zukunft: Flora und Fauna blühen wieder auf

Wie aber wünscht sich der WWF-Vorstand die thurgauische Umweltentwicklung in den nächsten Jahren? Da wäre zum einen, dass nur noch natur- und kindergerechte Erlebnisräume für Kinder gestaltet werden – anstelle von Stein- und Betonwüsten. Zum andern soll sich auch die Landwirtschaft verändern: Thurgauer Erdbeeren werden 2029 nur noch in bio produziert und büssen gerade deshalb nichts von ihrer Qualität ein. Alte und rare Obstsorten werden viel häufiger angebaut, sodass die Grossverteiler nicht mehr nur Gala-Äpfel und Kaiser-Birnen in ihrem Angebot haben. In rund 15 Jahren durchzieht ein Band von Hecken, Stein- und Asthaufen den Thurgau, sodass Hermeline und weitere wildlebende Säugetiere und Vögel im ganzen Kanton verbreitet sind. Löwenzahl und Hahnenfuss sind nicht verschwunden, spielen aber neben Glockenblume, Wiesensalbei und Co. nur noch eine Nebenrolle.

Etwas länger auf sich warten lässt das Revival von Fischotter und Insekten: Das verspielte Wassersäugetier - im Thurgau einst weit verbreitet und in den 1970ern letztmals gesichtet - ist 2036 mit der weitgehenden Renaturierung der Thur endgültig zurückgekehrt. Auch die Insekten erholen sich nicht so schnell von ihrer argen Dezimierung und umschwirren uns Menschen erst wieder gegen Mitte des 21. Jahrhunderts in grösserer Zahl und Vielfalt. Dem Verbot von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln sei Dank!

Energieautarkie und das Ende des WWF Thurgau

Der Kanton Thurgau bleibt Pionier in Sachen Energiepolitik: Dank einsichtigen Hausbesitzern, fortschrittlicher Gesetze und erfolgreichem Förderprogramm sind die meisten Gebäude in knapp 30 Jahren energieautark. Das ist schweizweit einzigartig! Damit ist zumindest die Welt im Thurgau wieder in Ordnung, weshalb der Vorstand seine Auflösung beschliesst. Stattdessen werden die Kräfte und Mittel in den internationalen Umweltschutz investiert – wo es noch viel zu tun gibt. 

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