AR/AI-SG: Rückblick Mitgliederversammlung 20.5.2022

02. Juni 2022

St. Gallen ist ein Vorbild für die ganze Schweiz. Unter dem passenden Titel «Manche mögen es nicht so heiss» hat Thomas Vellacott, CEO des WWF Schweiz, an der gemeinsamen Mitgliederversammlung der WWF-Sektionen St. Gallen und Appenzell einen spannenden Vortrag gehalten. Im WWF Appenzell kam es anschliessend zu beachtlichen Veränderungen im Vorstand.

"One health together" - so lautet der eingängige Wahlspruch, der sich als roter Faden durch den Vortrag von Thomas Vellacott zog. «Es gibt eine Biodiversitätskrise und eine Klimakrise», erklärte der CEO des WWF Schweiz und fuhr fort: «Die Heilung der Biodiversität verbessert das Klima und die Eingrenzung der Erhitzung bremst wiederum die Zerstörung der Biodiversität.» Vellacott untermauerte dies mit eindrücklichen Zahlen und Grafiken. Während 700'000 Jahren betrug die CO2-Konzentration in der Luft permanent zwischen 200 und 270 ppm (Parts per Million). Heute betrage die Konzentration 400 ppm. Ein eindeutiger Beweis, dass der Mensch in riskanteren Zeiten lebe.

 

Biodiversität hilft beim Klimawandel Früher gehörte die Welt den Wildtieren. Heute machen Wildtiere noch vier Prozent der Biomasse aus, Menschen und Nutztiere hingegen 96 Prozent. Das liegt auch daran, dass Lebensraum zerstört wurde. Als Konsequenz davon häuften sich übertragbare Krankheiten, weil sich Wildtiere und Menschen zu nahe kämen, so Vellacott. Der Klimawandel setze der Biodiversität, der menschlichen Gesundheit und deren materieller Existenz zu. Materiell beispielsweise mit der Häufung zerstörerischer Extremereignisse. Bereits jetzt schon träten sie fünf Mal häufiger auf als in Zeiten ohne menschlichen Klimaeinfluss. Wenn der unwahrscheinliche Fall eintreten würde, das in Paris formulierte Klimaziel von 1,5 Grad Erwärmung zu erreichen, würden Extremereignisse neun Mal häufiger auftreten. Bei einer durchaus möglichen Erwärmung von gegen vier Grad oder mehr müsste überall jährlich mit einem Extremereignis gerechnet werden. Andererseits sind intakte Moore oder Mangrovenwälder in der Lage, grosse Mengen an CO2 zu binden. Eine intakte Biodiversität könne also auch helfen, den Klimawandel zu bremsen. Positive Haltung bewahren Der WWF-Schweiz-Geschäftsführer betonte, dass noch sehr viel möglich sei. Selbst das Erreichen der Klimaziele von Paris.

Er erinnerte an Einsichten und Verbesserungen in der Politik, der Wirtschaft und bei den Konsumenten. «Weder dürfen wir die Krisen gegeneinander ausspielen, noch denken, es sei zu spät etwas zu tun.» Mit dem Weltuntergang zu drohen, wie dies häufig geschehe, sei destruktiv. Dann schalte man ab, anstatt die positiven Aspekte und den eigenen Spielraum zu sehen. Immerhin erklärten inzwischen so viele Länder ein Netto-Null-Ziel, dass die Ziele von Paris bald eingehalten werden könnten. Sie hätten ein Eigeninteresse, ihre Ziele umzusetzen. Vellacott plädierte dafür, positive Botschaften zu vermitteln und in der Krise auch die Chance zu sehen, wie dies der WWF-St.Gallen mit seinem Projekt «Grünes Gallustal» getan habe. Das Projekt habe für die ganze Schweiz Vorbildcharakter. «Wenn es realisiert würde, hätte man nicht nur eine Stadt, die sich auf dem Klimawandel vorbereitet hat, sondern auch einen Ort mit deutlich verbesserter Lebensqualität», schloss der CEO sein Referat.

Viele Mutationen Vorstand In St.Gallen trat die langjährige Co-Präsidentin und WWF-Kämpferin der ersten Stunde, die Anwältin Franciska Hildebrand, aus dem Vorstand zurück. Die bisherige Co-Präsidentin Franziska Cavelti übernimmt das Präsidium.

Umfassender sind die Änderungen im Vorstand des WWF-Appenzell. Co-Präsident und Forstingenieur Peter Ettlinger, ehemaliger Oberförster des Kantons Appenzell Ausserrhoden, trat zurück. Ebenfalls nicht mehr im Vorstand sind Ulla Buchmann, Claudia Melotti-Knöpfel und Ruedi Anghern. Neuer Vizepräsident wurde Martin Zimmermann, der als ehemaliger Geschäftsführer sämtlicher Ostschweizer WWF-Sektionen die Umweltthemen aus dem FF kennt. Mit ihm wurden Susanne Schudel, Urs Schläpfer, Elia Paggiola und Ariel Rampa in den Vorstand gewählt. Das Präsidium übernimmt der bisherige Co-Präsident Dieter Bürgi.

Medienmitteilung vom 13.6.2022

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