Ein Eichhörnchen, welches in den Ästen eines Baumes sitzt und an einer Nuss knabbet

Mehr als 2'400 Glühwürmchen entdeckt: Der Projektstart ist geglückt!

02. November 2026

Im Rahmen des gemeinsamen Glühwürmchenprojekts des WWF und des Walter Zoo haben diesen Sommer mehr als 100 Freiwillige in der Ostschweiz nach Glühwürmchen gesucht. Die Ergebnisse des Monitorings sind beeindruckend und liefern wichtige Erkenntnisse über die Verbreitung der faszinierenden Leuchtkäfer.

Über 500 Begehungen durchgeführt

Zwischen Mai und Juli wurden in 81 Gebieten Glühwürmchen entdeckt. Dabei absolvierten die Freiwilligen 515 Begehungen. Erste Glühwürmchen wurden bereits im Mai beobachtet, der Höhepunkt der Aktivität lag Mitte Juni. Insgesamt konnten 2'465 Tiere des Grossen Leuchtkäfers nachgewiesen werden. Darunter befanden sich 619 leuchtende Weibchen, 1'760 Männchen sowie 86 Larven. Die Männchen, welche selbst nicht leuchten, wurden mit speziellen Leuchtfallen angelockt und dokumentiert. Über 200 weitere Beobachtungen von Glühwürmchen wurden dem Projektteam aus der Bevölkerung gemeldet. 

 

Viele Standorte mit wenigen Tieren 

Obwohl an mehreren Standorten noch Glühwürmchen nachgewiesen werden konnten, gab es nur wenige Orte mit grösseren Populationen – oftmals in Naturschutzgebieten. In 54 Gebieten wurden weniger als 30 Tiere nachgewiesen. An 29 Standorten wurden sogar weniger als 10 Glühwürmchen entdeckt. 

"Bei den vielen Gebieten mit nur wenigen Tieren könnte es sich um Reliktpopulationen handeln. Hängt ihr Fortbestand jedes Jahr vom Paarungserfolg einzelner Weibchen ab, ist ihr Erlöschen nur eine Frage der Zeit.” so Elia Heule, Leiter Zoologie und Artenschutz Walter Zoo. 

 

Kleine Sensation

Besonders erstaunlich ist zudem der Nachweis des Kleinen Leuchtkäfers in Weinfelden. Diese Art kommt bisher in der Ostschweiz nur an wenigen Orten vor. Ihr Verhalten ist besonders spektakulär: Die leuchtenden Männchen fliegen durch die Nacht und erzeugen dabei den Eindruck tanzender Lichter. 

 

Strukturreiche Lebensräume sind entscheidend 

Die meisten Glühwürmchen wurden im hohen Gras, an Hecken, Gebüschen und Böschungen gefunden. Auch Waldränder und Feuchtgebiete erwiesen sich als wichtige Lebensräume. Auffällig war zudem, dass auf frisch gemähten Flächen deutlich weniger Glühwürmchen festgestellt wurden. Die Ergebnisse zeigen klar: Glühwürmchen profitieren von vielfältigen, strukturreichen Landschaften. Hecken, Altgrasstreifen, Böschungen und wenig intensive Bewirtschaftung bieten ihnen wichtige Rückzugsorte. Solche Lebensräume sind nicht nur für Glühwürmchen wertvoll, sondern fördern die gesamte Artenvielfalt. 

«Glühwürmchen sind dort zu finden, wo die Natur noch vielfältig und gut vernetzt ist. Sie zeigen uns, wie wichtig strukturreiche Landschaften für die Artenvielfalt sind», so Annina Quast, Projektleiterin beim WWF. 

 

Ausgeleuchtet und ausgelöscht? 

Das Monitoring zeigt auch, dass künstliches Licht selbst in den vergleichsweise dunklen Untersuchungsgebieten allgegenwärtig ist. Einzelne Leuchtkäfer-Weibchen wurden sogar in unmittelbarer Nähe von Lichtquellen beobachtet. Dort gehen ihre Leuchtsignale im Streulicht unter und die Männchen finden sie deutlich schlechter. Künstliches Licht wirkt sich damit direkt auf den Paarungserfolg aus. Gerade für kleine Vorkommen, deren Fortbestand ohnehin an einzelnen Weibchen hängt, ist das besonders kritisch. 

 

Nächster Schritt: Lebensräume aufwerten 

Die gesammelten Daten bilden die Grundlage für die nächsten Projektphasen. Im Jahr 2027 ist ein weiteres gross angelegtes Monitoring geplant. Der Fokus wird insbesondere auf Gebieten liegen, in denen aufgrund geeigneter Lebensräume Vorkommen erwartet wurden, bisher aber noch keine Glühwürmchen nachgewiesen werden konnten, beispielsweise entlang der Thur in der Region Wil oder in Gebieten des Alpsteins. Gleichzeitig sollen erste konkrete Lebensraumaufwertungen umgesetzt werden. Ziel ist es, bestehende Populationen zu stärken, Lebensräume besser miteinander zu vernetzen und neue geeignete Standorte für Glühwürmchen zu schaffen.

 

Vollständiger Monitoringbericht 2026

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