Ein Eichhörnchen, welches in den Ästen eines Baumes sitzt und an einer Nuss knabbet

Stadtgeflatter: Mauersegler im Siedlungsraum

26. Juni 2026

Auf dem Weg zum Tröckneturm bahnt sich der Stadtbus seinen Weg durch die Häuserzeilen. Sein Terrain sind die Strassen. Mein Blick sucht nach Wegen, wo sich z.B. ein Igel fortbewegen würde. Vielleicht entlang von Stadtbäumen? Die Luftlinie wäre wohl wie so oft die kürzere, ja vielleicht elegantere Route...

Wenige Meter von der Hauptverkehrsachse steht er, der Tröckneturm. Hier bietet sich uns mit dem Burgweiher, den bewaldeten Hügeln und Blumenwiesen ein weit naturnaheres Bild. Nun sind Gruppen pfeilschneller, kreischender Tiere sichtbar, die offensichtlich die Luftlinie nutzen. Es sind Mauersegler - Weltrekordhalter im Dauerflug. 10 Monate verbringet ein Mauersegler nach der Brutzeit in der Luft, täglich hunderte Flugkilometer. Und kommt er aus dem afrikanischen Winterquartier zurück ins Lachenquartier, fliegt er wieder exakt in dieselbe Nisthöhle. Womit wir wieder bei den Häuserzeilen wären; Nicht nur Mauersegler, auch Alpensegler und Mehlschwalben hören und sehen wir um die vertikalen Strukturen fliegen. Der Alpensegler klickernd wie Delfine, die Mehlschwalben metallisch schwatzend. 

Ihr ursprünglicher Lebensraum sind Felswände. Ihr sekundärer Lebensraum sind die Häuserzeilen. Und dass diese für die genannten Vogelarten attraktiv & nutzbar bleiben, dafür sorgt die städtische Seglerberatung. Bei Umbauten schaut sie mit den Bauherren nach Lösungen, um möglichst viele der hunderten bekannten Brutplätze – oft in Dachnischen - zu erhalten oder adäquat zu ersetzen. 

Auf der Rückfahrt richtete sich mein Blick aus dem Busfenster mehr himmelwärts. Mit etwas Phantasie konnte ich Felswände erkennen.

Text: Stefan Keller
Fotos: Vincent Sohni
 

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